Grundsätzliches

Dieser Kongress entsteht im Ehrenamt - getragen von Menschen, die aus eigener Erfahrung Räume für Austausch und Begegnung schaffen wollen. Wenn wir fragen: "Wer sagt was zu wem - und vor allem wie?", meinen wir Kommunikation in all ihren Formen: 
gesprochene und geschriebene Sprache, unterstützte Kommunikation, Bilder, Gesten, Mimik, Körperhaltung, Tempo, Pausen. Auch Ausstellung ist in diesem Sinne Kommunikation. All diese Ausdrucksweisen gehören für uns selbstverständlich dazu. 

 

Vielfalt ist unser Rahmen für Begegnung, Austausch und Zusammenarbeit. Breitgefächert und kunterbunt.

 

Wir verstehen Neurodiversität als einen Teil menschlicher Vielfalt, sie ist einfach da - als biologisch gegebene Tatsache, nicht wegzudiskutieren. 

 

Es gibt also eine große Gemeinschaft mit vielen Unterschieden. Eine Mehrheit, die ähnlich funktioniert - neurotypisch - und viele andere, die auf unterschiedliche Weise von dieser gesetzten Norm abweichen - neurodivergent sind. 

 

Man kann diese Unterschiede abgrenzend betrachten, die große Gruppe zur Norm erklären und Abweichungen als Defizite verstehen - so funktioniert das medizinische Modell: Es sucht nach Kriterien, um Diagnosen stellen zu können, die wiederum innerhalb bestehender Systeme oft Voraussetzung sind für Unterstützung. Gleichzeitig entsteht dabei allerdings die Gefahr, Aufmerksamkeit, Sichtbarkeit und Hilfen nicht bedarfsgerecht zu verteilen.

 

Wir wollen nicht im medizinischen Modell verharren und uns dem System ergeben. Wir wollen Neurodiversität leben - in einer Gesellschaft, die neuroinklusiv denkt und handelt. Unterschiede sollen gesehen, aber nicht bewertet werden. Unterschiedliche Unterstützungsbedarfe werden akzeptiert. So muss keine Konkurrenz entstehen, wenn sich alle gesehen, gewürdigt und unterstützt fühlen.  

 

Wir akzeptieren, dass innerhalb eines Systems in abgegrenztem Rahmen ein medizinisches Modell durchaus seine Berechtigung hat - aber wir wollen damit leider oft einhergehende Konkurrenz und Spaltung überwinden und Neurodiversität in einem sozialen Modell leben:

 

Wir wollen Verständnis für Neurodivergenz zeigen, erzeugen und entgegengebracht bekommen.

 

Wir setzen Würde - nicht als Anspruch, sondern als Haltung im Umgang miteinander innerhalb der gesamten Gesellschaft. Wir wollen Unterschiede aushalten, ohne sie gegeneinander auszuspielen. 

 

Neurodivergenz verstehen wir ausdrücklich intersektional - sie überschneidet sich mit Geschlecht, Herkunft, sozialem Status, Behinderung, Alter und vielen weiteren Dimensionen menschlicher Vielfalt. Herausforderungen wie auch Stärken zeigen sich individuell und mehrdimensional verflochten und können sich immer wieder verändern, fluktuieren. Beides wollen wir sichtbar machen und achten. 

Die Begriffe "race, age, gender, culture, justice, peace, sexual orientation, disability" bunt verflochten mit neurodivergenceals pride flag

Die Flagge für intersektionale Neurodivergenz dürfen wir mit Erlaubnis von Luísa Pires an dieser Stelle zeigen. Sie möchte damit Bewusstsein dafür erzeugen, wie sehr Intersektionalität neurodivergentes Erleben prägt. Luísa Pires stellt sich eine Welt vor, in der alle Formen von Gender, Alter, Rasse, sexueller Orientierung, Behinderung und Kultur gleichwertig und gleichwürdig repräsentiert und verstanden sind.

(frei übersetzt nach dem Instagram Post auf @neurodiversityarchnetwork - herzlichen Dank an Luísa Pires!)

Es gibt kein one size fits all. Wir brauchen maßgeschneiderte Lösungen und eine starke Gemeinschaft, die bewusst zusammensteht. Verständnisvoll, würdevoll, verbunden. 

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