Vorträge

Prof. Dr. em. Georg Theunissen

Zur "doppelten Problemsicht" auf soziale Kommunikation 
autistischer Menschen

Üblicherweise werden autistischen Menschen anhaltende Defizite in ihrer sozialen Kommunikation nachgesagt. Dabei handelt es sich um eine einseitige negative Zuschreibung. So fällt es nämlich nicht nur autistischen Menschen schwer, mit nicht-autistischen Personen zu interagieren und mit ihnen empathisch-verstehend zu kommunizieren. Ebenso hat die nicht-autistische Bezugswelt Schwierigkeiten, sich in autistische Personen hineinzuversetzen und mit ihnen sozial zu kommunizieren. Um diese „doppelte Problemsicht“ geht es im Vortrag. Hierzu werden grundlegende Betrachtungen diskutiert. Schlussfolgerungen für die Praxis runden den Beitrag ab.

Regine Winkelmann

Wie sag ich's meinen Mitmenschen?

Die Bekanntmachung der eigenen Diagnose, oder die unserer Kinder, fällt uns oft schwer. Das erhoffte Verständnis und die Möglichkeit, sich endlich erklären zu können, bleiben aus. Das ist die häufige, bittere Erfahrung, die Betroffene machen und sie ist innerhalb der eigenen Familie besonders schmerzhaft.

Die Diagnose sollte mehr Klarheit geben, stattdessen belastet sie unsere Beziehungen.

Was macht es so schwer?

Was brauchen wir, um über die Diagnose sprechen zu können?

Wie können wir reagieren, wenn Zweifel und Ablehnung auftauchen?

Und wie gelingt es, bei uns selbst zu bleiben - auch dann, wenn andere nicht sofort verstehen?

Stephanie Meer-Walter

Was, wenn es ganz anders ist?

Die gängigen Kommunikationsmodelle erheben den Anspruch, Kommunikation allumfassend zu beschreiben, beziehen sich jedoch ausschließlich auf nicht-autistische Menschen. Autistische Kommunikation wird daran gemessen und "folgerichtig" als defizitär eingestuft. Was aber, wenn es ganz anders ist? Ich werde ein Kommunikationsmodell entwerfen, das für sich steht und kein minderwertiger "Abklatsch" der bekannten Modelle von Schulz von Thun und Freud ist. Aufeinandergelegt sind sie nicht kompatibel, nebeneinander gestellt sind jedoch Verbindungen und Wege gelingender Kommunikation miteinander möglich. 

Dr. Imke Heuer

Theory of Mind oder Intuition of Mind - Autistische Kommunikation aus der Innensicht

 

Mit einem Blick zurück in die Geschichte der Autismusdiagnostik gibt Imke Heuer einen Einblick in die Besonderheiten autistischer Kommunikation. Ihr Fokus ist dabei auf sprechenden Autist*innen. Sie thematisiert potenzielle Schwierigkeiten und Missverständnisse, aber auch die kreative Seite insbesondere der Sprache autistischer Menschen. Dabei lädt ihr Perspektivwechsel dazu ein, auch gängige defizitorientierte Konzepte wie die Theory of Mind zu hinterfragen."

Birke Opitz-Kittel

Zwischen Klarheit und Missverständnis: Wie autistische Kommunikation Familie, Partnerschaft und Freundschaft bereichern kann

 

In diesem Vortrag teile ich als Autistin persönliche Einsichten über Herausforderungen und einzigartige Stärken autistischer Kommunikation in engen Beziehungen. Warum führen scheinbar einfache Gespräche in der Familie oft zu Missverständnissen? Wie navigiere ich die ungeschriebenen Regeln von Freundschaft und die impliziten Erwartungen in der Partnerschaft? Ich zeige auf, wie direkte, ehrliche Kommunikation und das explizite Aushandeln von Bedürfnissen nicht nur Hürden überwinden, sondern auch zu tieferen, authentischen Verbindungen führen können. Ein Plädoyer für den Brückenbau zwischen neurodivergenten und neurotypischen Menschen.

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